Kirchenmusik in unserer Stadtkirche

Im Rahmen der Fusion mit dem Dekanat Ried 2019 ist unser Dekanat angehalten, sich Gedanken über die einzelnen Arbeitsbereiche zu machen und ggf. neue Konzepte vorzulegen, so auch für den Bereich Kirchenmusik.
Im Zuge dessen wurde, auch auf meinen Wunsch hin, beschlossen, die Drittelung meiner Stelle (25% an der Stadtkirche, 25% in Dornheim, 50% als Dekanatskantorin) aufzuheben, mich meiner Anstellung in Dornheim zu entbinden
und mit 50% an der Stadtkirchengemeinde anzubinden. Dabei wurde dem Rechnung getragen, dass sich im Laufe der 12 Jahre, die ich jetzt hier bin, mein Arbeitsaufwand um ein Vielfaches vergrößert hat, wozu eine Anstellung an zwei Gemeinden maßgeblich beiträgt, da zahlreiche Dinge doppelt anfallen. Auch die Landeskirche rät deshalb von einer Drittelung von Stellen ab.
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Mit dem großzügigen und schönen Kirchenraum, dem modernen Gemeindehaus, mit einem Team aus Pfarrer, Kirchenvorstand, Küster und Sekretärin, das der Kirchenmusik über die Maßen zugewandt ist, habe ich hier optimale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Arbeit, die sich auch gut mit meiner Arbeit als Dekanatskantorin vereinbaren lässt (siehe Bachkantate zum Mitsingen, Orgelunterricht u.a.). Außerdem werde ich so nach 12 Jahren neue Ideen in Angriff nehmen und umsetzen können, was bisher einfach aus Zeitgründen nicht möglich war.

Was ändert sich für die Stadtkirchengemeinde?

Kantorei und Posaunenchor werden ab dem 1.1.2018 nur noch für Groß-Gerau zuständig sein und sich nicht mehr auf zwei Gemeinden verteilen müssen. Ich selber werde für 50 % der anfallenden Gottesdienste zuständig sein und diese somit vermehrt mit den Gruppen und auf andere Art und Weise musikalisch betreuen können. Die Konzerte, die bisher im jährlichen Wechsel mit Dornheim stattfanden (z.B. Weihnachtsliedersingen, Sommerkonzert, u.a.), werden nun ausschließlich hier erklingen.

Natürlich bedauere ich meinen Weggang aus Dornheim sehr und es tut mir auch unendlich leid für die Gemeinde, die mit meinem Weggang in eine ungewisse „musikalische Zukunft“ entlassen wird. Aber ich bin froh, bereits eine Nachfolgerin für die Leitung des Dornheimer Kinderchores gefunden zu haben, die diese Gruppe ab Januar fortführen wird. Was die weitere musikalische Arbeit in Dornheim betrifft, so muss sich der dortige Kirchenvorstand Gedanken machen, ob er bei diesem Schwerpunkt der Gemeindearbeit, dann unter nebenamtlicher Leitung, bleiben will, oder sich anderweitig ausrichten möchte.

Auch dahingehend habe ich dem Dornheimer Kirchenvorstand bereits eine Kontaktadresse einer Chorleiterin und Organistin gegeben.
Ich freue mich auf diesen neuen „Arbeitsabschnitt“ und bin sehr dankbar!

Kantorin Wiebke Friedrich
Kirchenmusik – Gemeinde leben

„Ich liebe die Musik“, schreibt Martin Luther, „denn erstens ist sie ein Geschenk Gottes und nicht des Menschen; zweitens macht sie fröhliche Herzen; drittens verjagt sie den Teufel; viertens verbreitet sie unschuldige Freude!“ Kirchenmusik und Gesang haben eine lange Tradition. Und gerade in unserer Stadtkirchengemeinde hat das kirchenmusikalische Leben einen hohen Stellenwert: Sei es durch Chöre für Jung und Alt, den Posaunenchor und seine Jungbläsern, das Kammerorchester Dekantas oder die Orgelmusik.
mehr Information zur Kirchenmusik der Stadtkirche GG  [close]

Musik, sagt der Benediktinerpater Amseln Grün, ist ein Tor zum Himmel. Sie berührt Herz und Seele, dient dem Lob Gottes, spendet Trost, Hoffnung und Freude… Und sie lässt Gemeinschaft erfahren.
Ich denke da zuerst an die sonntäglichen Gottesdienste. Oft sitzen die Gottesdienstbesucher über den ganzen Kirchenraum verteilt. Die einen in kleinen Grüppchen, die anderen sind lieber für sich. Nicht jeder ist des Gesanges geübt. Doch das Spiel der Orgel fängt jeden ein und lässt Gemeinschaft entstehen. Sie sammelt alle und trägt durch die Choralstrophen. Dann habe ich die Möglichkeit, mich mit meiner zur vormittäglichen Stunde noch etwas eingerosteten Stimme anzuhängen und fühle mich mit den über die Kirche verstreuten anderen lauten und leisen „Solisten“ gemeinschaftlich verbunden. Ob dies beim A-capella-Singen wohl genauso wäre?

Musik ruft zusammen. Nicht nur unsere Gemeindeglieder, sondern auch Menschen über die „Grenzen“ unserer Kirchengemeinde hinaus. Die kirchenmusikalischen Veranstaltungen locken Jung und Alt in unsere Stadtkirche. Da sehe ich Gesichter, die in den Gottesdiensten nicht zu sehen sind. Dann haben auch diejenigen, die der Sonntagsgottesdienst nicht in die Kirche lockt, die Gelegenheit, den Kirchenraum auf ihre Art und Weise zu erfahren und wahrzunehmen. Musik spricht eine Sprache, die alle verstehen. Unvoreingenommen lässt sie alle in einen gemeinschaftlichen Raum von Tönen und Harmonien eintauchen. Sie vermag sogar verschlossene Türen neu zu öffnen. „Ein Kindermusical in einer Kirche“, hörte ich im letzten Jahr eine Besucherin nach der Aufführung von König David fast ehrfurchtsvoll sagen, „verleiht dem Ganzen eine besondere Ausstrahlung – so etwas wie Würde! Ich gehe eigentlich sonst gar nicht in die Kirche, aber meine Enkelin hat heute mitgesungen! Und diese Kirche hier gefällt mir gut. Sie ist so hell und nicht so dunkel wie viele andere, die ich kenne. Hier kann man sich wohlfühlen!“ Vielleicht ist ein solches Erlebnis für den einen oder anderen ja ein Anfang, sich doch ab und zu einmal in eine Kirche zu wagen, irgendwann vielleicht sogar einen Gottesdienst zu besuchen oder sich sogar einer Gemeinde anzuschließen!

Einen eher volkstümlichen Charakter haben unsere Sommer- und Gemeindefeste. Neben dem musikalischen Genuss wird auch für das Wohl von Leib und Seele gesorgt. Bei Würstchen und Steaks, Kuchen, Limo, Bier und Kaffee kommt man miteinander ins Gespräch. Jetzt ist die Gelegenheit zum „Schnacken“ da! Man sitzt zusammen, erzählt über Gott und die Welt und lernt im Tischnachbarn vielleicht sogar ein noch unbekanntes Gemeindeglied kennen.

Einen besonderen Stellenwert haben für mich die kirchenmusikalischen Gruppen in unserer Gemeinde. Gemeinde leben pur! Das gemeinsamen Singen und Musizieren verbindet nicht nur untereinander! Jugendliche haben einen Platz im Gemeindeleben gefunden und fühlen sich eingebunden. Neue Freundschaften entstehen. Über whats app und facebook ist man untereinander verbunden und tauscht sich auch im Alltagsgeschehen außerhalb der Gemeinde aus. Kranke werden mit Genesungswünschen bedacht, Geburtstagskinder beglückwünscht! Man hat Anteil am Schicksal anderer und ist in Momenten, in denen das Leben herausfordert, füreinander da. Altersunterschiede lösen sich auf. Bis zu drei Generationen proben z.B. im Posaunenchor zusammen, rennen am jährlichen Probenwochenende gemeinsam um die Tischtennisplatte und wetteifern um den ersten Platz ihrer Gruppe am gemeinsamen Spieleabend. Dann entsteht das Gefühl einer großen Familie, die Gemeinde lebt. Und die einen der Höhepunkte ihrer Gemeinschaft beim gemeinsamen Spielen im Gottesdienst erlebt.

Andrea Erdmann, Kirchenvorsteherin
„Kirchenmusik – ist langweilig und altmodisch.“
„Kirchenmusik – das ist doch nur Orgelmusik im Gottesdienst oder bei Orgelkonzerten.“
„Kirchenmusik – das ist nur was für ältere Menschen.“
Solches oder Ähnliches höre ich es oft von Menschen, die mich auf meinen Beruf als Kirchenmusikerin ansprechen. In viele Kirchengemeinden, so auch in unserer Gemeinde der Stadtkirche Gross Gerau ist eindeutig das Gegenteil der Fall:
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