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Einen Tisch für die Ostertage unterschiedlich zu decken war nicht so schwer. Das macht man zuhause ja auch. Und zwölf Teller auf einen Tisch stellen, erscheint auch nicht so kompliziert.

Aber…
senkrecht stehen und die Teller sollten kleben bleiben: Wir hatten die unterschiedlichsten Ideen: Heißklebepistolen wurden gezückt, Baukleber kam zum Einsatz und Fliesenkleber wurde diskutiert. Man muss sich einen Porzellanteller mal genau anschauen: zum einen wiegt ein einzelner Teller über 300 Gramm und auf der Unterseite verfügt er über keine glatte Fläche, sondern einen feinen Rand.

Kein Problem - dachten wir!

Aber nicht nur die Teller bereiteten uns Kopfzerbrechen, auch der Kelch, der ebenfalls auf dem senkrechten Tisch angebracht werden sollte. Im Internet war schnell ein feiner Kelch aus Silber bestellt, geliefert und bewundert. Wie schön er war! Ein richtiger Kelch mit feinem Stil und einem Fuß mit sehr feinem Rand. Schnell wurde klar, dass man ihn auf keinen Fall kleben konnte. Der Kelch war zu schwer und der feine Rand zu fein. Hier brauchten wir also eine andere Idee. Der Fuß war mit einem Gewinde am Kelch verschraubt …. Gewinde, Schraube… konnte das die Lösung sein? Wer kannte einen Schlosser?
Dann die Frage: Wie dekorieren wir um? Zwischen den Gottesdiensten der Ostertage war nicht viel Zeit: Gründonnerstags, 19 Uhr und Karfreitag, 10 Uhr - da konnte nicht viel neu geklebt und gewerkelt werden. Wir entwickelten das Modell des „Tischläufers“ - verschiedene Spanplatten, die unterschiedlich gestaltet und dann auf den eigentlichen Tisch geschraubt wurden. So sollten auch die größeren Elemente fixiert werden: das Lamm, das Kreuz und der Kelch. Also frisch ans Werk: das Holz wurde gekauft, wir brauchten große, einigermaßen dicke Platten, es sollte sich ja nichts verziehen. Die Teller sollten auf dem eigentlichen Tisch befestigt werden und auch dort bleiben, man sollte sie nur beschriften können.

Die erste Etappe waren die Malerarbeiten. Dann kamen die Bohrungen dran. Parallel hatten wir Klebeversuche gemacht: Baukleber war unser Favorit, er hielt fest und sicher! Dachten wir damals noch. Voller Vorfreude wurden die Dekoelemente gekauft. Dann kam der große Tag, wir klebten alle zwölf Teller auf den Tisch: an einem Samstagvormittag im Gemeindehaus - am Sonntagabend sollte der Tisch dann in die Kirche getragen werden, um dort bis Ostern zu warten. Wir vermaßen den Tisch, klebten ganz ordentlich die zwölf Teller darauf und ließen alles zum Trocknen stehen. Sonntagabend kamen wir wieder und trugen den Tisch in die Kirche. Dort angekommen machte es klirr und die ersten beiden Teller fielen ab! Bei genauerer Kontrolle lösten sich alle zwölf Teller vom Tisch. Es waren nur noch drei Wochen bis Ostern und der Tisch funktionierte nicht! Unser großer Abendmahltisch war in sich flexibel, so dass wir beim Waagrecht- oder Senkrechtstellen, eben beim Umbau, Spannungen in das Holz bekamen, die sich auf die Teller übertrugen und dann zum Ablösen führten.

Also noch mal zurück auf Los und ganz neu denken. Ein Tisch und zwölf Teller. Kleben. Wir diskutierten in viele Richtungen. Die Teller waren zu schwer. Sollen wir Plastik nehmen? Oder Pappe? Wie sieht das aus? Das letzte Abendmahl auf Einweggeschirr? Nein, das kam nicht in Frage. Es gab aber noch eine Alternative: Glas. Glasteller haben noch einen anderen, wunderbaren Vorteil: Sie haben einen platten, flächigen Boden, also eine große Fläche, die beklebt werden kann, und nicht nur einen feinen Ring. Und wir diskutierten das Klebematerial: Es musste etwas sein, das Bewegung aushält, etwas, das in der Senkrechten hält und Glas mit einer glatten Oberfläche klebt? Na? Kennen Sie etwas aus Glas, das an einer Senkrechten kleben kann? Manchmal an einer Wand oder auch auf Holz. Ab und zu an einer Tür. Richtig! Spiegel! Es gibt ganz wunderbares Spiegelklebeband, das klebt und klebt und klebt. Wir klebten einen Probeteller. Und bekamen ihn fast nicht mehr ab!
Jetzt also schnell neue Teller aus Glas kaufen und wieder treffen, um die Teller zu kleben. Der Tisch wurde gesäubert, alle Baukleberreste wurden entfernt (komisch, jetzt klebte er gut.) und es ging wieder ans Werk: nur fest andrücken, kurz warten und? Fest! Fester! Am Festesten!

Der Tisch wurde verpackt und wir konnten uns an die Gestaltung der verschiedenen Tischläufer machen:
 Gründonnerstag in Weiß mit Brot, Kelch und Lamm.
 Karfreitag in Schwarz mit Kreuz, Dornenkrone, Brot, Kelch und Lamm.
 Ostersonntag in Gelb mit Narzissen und Lamm, grünem Gras, dottergelben Federn und bunten Ostereiern.
Ab Gründonnerstag konnte dann der Tisch im Kirchenvorraum bewundert werden. Vielleicht haben Sie die Verwandlung des Tisches verfolgen können. Auch der Vorraum hat sich verändert: vom spartanischen Karfreitag bis zum opulenten Ostersonntag. Und, ja, wir sind stolz, dass alles so schön aussah und vor allem gehalten hat.
Jetzt steht der Tisch bis zur Konfirmation, dann wird er ein letztes Ma(h)l umgedeckt.

Die Frauen der Kreativgruppe
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