Posaunenchorfreizeit 2015 in Otterberg,

das hieß für die Bewohner der pfälzischen Gemeinde Otterberg, dass sie auch dieses Jahr schon im September lautstark darauf hingewiesen wurden, dass Weihnachten vor der Tür steht. In diesem beschaulichen Fleckchen Erde übernehmen wir das und nicht Aldi, Rewe und Edeka, die erst nach uns die Regale mit Weihnachtsgebäck füllen.
Ja, in der Tat, durch die offenen Fenster im oberen Stock des CVJMZentrums Johannishöhe, wo wir für Weihnachten üben, hallt es ganz wunderbar hinunter ins Dorf. Aber glücklicherweise üben wir anscheinend ganz passabel, da noch keine Protestmärsche gesichtet wurden.
Wieder haben sich 25-30 Tuben, Trompeten und Posaunen vom 18. bis zum 20. September 2015 versammelt, um zu üben. Neben dem Üben ist natürlich auch Spaß mit dabei. Wenn nicht gerade geübt wird, wird Rundlauf gespielt. Glücklicherweise spielte das Wetter - bis auf ein paar Schauer - gut mit und so versammelten sich in den Pausen (fast) alle Bläser/innen um eine Tischtennisplatte herum und spielten einen Ball hin und her. Ein ziemliches Gejohle und Gekreische herrscht dann dort, aber das Wichtigste daran ist, dass vor allem die Jugend genug Bewegung bekommt, da man bei den Proben ja eigentlich recht still sitzen sollte. So konnten sie alle Dampf ablassen, genug frische Luft tanken und kamen (meistens) wieder voller Elan zurück zur Probe. Für alle, die sich nicht auspowern wollten, gab es eine Tasse Kaffee und ein Pläuschchen. Die Proben waren anstrengend, egal, ob Anfänger wie ich oder „alter Hase“.
Obwohl ich jetzt auch schon eine Weile dabei bin, fühle ich mich immer noch als Anfänger, aber es wird besser. Ich hätte nie gedacht, dass ich irgendwann gerade Töne rausbringen werde... aber es gibt sie inzwischen und es werden mehr und
mehr und auch die Noten sind keine arabischen Schriftzeichen mehr… ja, ok, ab und zu ist noch eins dazwischen, was mich wieder zum Nachdenken anregt. Das beste Zeichen dafür ist, dass es diesmal nur einmal separaten Unterricht von Volker für drei von uns gab. Ich kann nur jedem empfehlen, es auch zu versuchen, auch wenn man noch nie etwas mit Posaune, Trompete und Co. am Hut hatte.
Es macht Spaß!
Am Abend nach der samstäglichen Probe gab es – wie jedes Jahr – wieder die Gruppenspiele. Anneke und Friederike hatten sich Spiele ausgedacht.
Es wurden fünf Teams bunt zusammengewürfelt und dann gab es Spielchen aller Art: welche für den Kopf (Hausnummer von der Stadtkirche), welche für die Beweglichkeit (fünf Leute und nur vier Hände und/oder Füße am Boden) und welche für die Schnelligkeit. Auch hier war wieder für viel Gelächter gesorgt.
Glücklicherweise konnte jeder sowohl über sich selbst als auch über die anderen lachen, ganz ohne Schadenfreude oder Häme. Auch keine Selbstverständlichkeit !
Und eine Sache darf in Otterberg auch nicht fehlen! Das morgendliche Wecken! Damit auch alle pünktlich um acht Uhr am Frühstückstisch sitzen, wurden wir samstags von Posaune, Trompete und Tuba mit einem Ständchen geweckt und am Sonntag von Georg und seinem Alphorn.
Es hing noch ein bisschen Frühnebel in den Bäumen und Georg stand mit seinem Alphorn unten auf der Wiese vor dem Haus. Wirklich toll! Ich hätte es noch mehr genossen, wäre es nicht sieben Uhr morgens gewesen. 

Ulrike Fowinkel
Posaunenchorfreizeit 2013 in Otterberg

Begonnen hat unsere diesjährige Freizeit am Freitag, dem 23.08.2013 um 15.00 Uhr an der Stadtkirche in Groß-Gerau. Zunächst mussten alle Gepäckstücke und Instrumente in den Autos verstaut werden, bevor wir dann endlich um 15.30 Uhr starten konnten. Die Freizeit fand, wie schon viele Jahre zuvor, im CVJM Zentrum Johannishöhe in Otterberg statt. Der Ort liegt ca. 10 km von Kaiserslautern entfernt. Das naturnahe Außengelände des Hauses lädt zu Spiel, Spaß und Entspannung ein.
Aber wer Wiebke Friedrich, unsere Leiterin, kennt, der weiß, dass dafür nicht allzu viel Zeit blieb, denn wir hatten ein straffes Übungsprogramm.
Nachdem wir ankamen, wurden alle Instrumente in den Seminarraum gebracht und wir bezogen unsere
Zimmer. Anschließend bekamen wir ein wunderbares Abendessen, das wir, wie auch alle anderen Mahlzeiten, mit einem Lied einleiteten. Das Abräumen und Säubern der Tische übernahm eine wechselnde kleine Abordnung. Und danach wartete auch schon die erste Übungseinheit von ca. 1,5 Stunden auf uns, bevor wir den Abend bei einem lustigen
Kennenlernspiel verbrachten. Denn der Jungbläserchor, der sich nach den Sommerferien 2012 zusammengefunden hat, zu dem auch wir gehören, war bei dieser Probenfreizeit zum ersten Mal dabei.
In der Früh wurden wir sowohl samstags als auch sonntags von einem kleinen Haufen frühaufstehender Musiker mit wunderbaren Klängen geweckt. Diesen Wecker gibt es leider nicht zu kaufen. Danach stärkten wir uns zunächst mit einem guten Frühstück, bevor wir einen sehr arbeitsreichen Tag begannen. Da es an diesem Tag leider ziemlich viel geregnet hat, war es auch nicht ganz so interessant nach draußen zu gehen, was die vielen Übungsstunden im Fluge vorübergehen ließ. Während die Erwachsenen in gemütlicher Runde dann abends beieinander saßen und den Tag ausklingen ließen, spielten viele unserer Jugendlichen das Spiel „Werwolf“.
Den Sonntag leitete Frau Bernhard, die Pfarrerin von Dornheim, mit einem wunderbaren Mitmachgottesdienst ein. Matthias und Jonathan Köhler, zwei weitere Jungbläser, begleiteten diesen Gottesdienst mit Gitarre und Cajon (Holzschlagwerk).
Natürlich gab es dann noch eine Übungseinheit, bevor wir unser letztes Mittagessen in Otterberg genossen.
Es war eine spannende und erfolgreiche Freizeit. Und wir Jungbläser hätten vor dieser Freizeit nicht gedacht, dass wir in dieser kurzen Zeit soooo viel lernen würden. Auch wurden wir von der schon bestehenden Gruppe herzlich aufgenommen
und immer wieder ermutigt, wenn es mal nicht gleich so toll geklappt hatte.
Danke dafür.

Sarah und Beate Merkl, Jungbläser
Zu Besuch bei den Bläsergruppen

Mittwochabend ist der Abend der Bläsergruppen. Fast vier Stunden belagern Jung und Alt das Gemeindehaus. Es ist halb sechs, als ich bei strahlendem Sonnenschein eintrudle. Die neu gegründete Jungbläsergruppe III hat ihre Instrumente schon ausgepackt. Doch die Probe startet mit Atemübungen im Stehen. Das vollständige Ein- und Ausatmen soll geübt werden. Das bedeutet ausatmen bis auch der hinterste Lungenwinkel leer ist, und kurz vor dem „Blauwerden“ darf wieder eingeatmet werden. Das kräftigt die Lungen. Dann kommt das Mundstück mit und ohne Instrument zum Einsatz. „Versucht einmal, einen Ton zu erzeugen“, lädt Kantorin Wiebke Friedrich ein und schon heulen die Klänge eines tobenden Sturmes mit Inbrunst durch den Raum. Doch bald hat die Gruppe einen gemeinsamen, geraden Ton gefunden, mit dem sie nun Wellenlinien - einer Feuerwehrsirene gleich - erzeugen darf. Nun teilt sich die Gruppe nach Vorerfahrung und Können. So kann jeder individuell bei seinem Stand abgeholt und betreut werden. Die eine Gruppe übt sich mit Wiebke Friedrich im Lesen von Noten. Parallel werden die entsprechenden Ventile gedrückt oder Posaunenzüge geschoben. Durch lautes Sprechen der Rhythmen kleiner Stücke auf „do“ verinnerlichen sich die Notenwerte. Dann werden die Melodien geblasen. Das klingt schon gut und dabei behauptet sich Amy mit ihrer Posaune mutig gegen vier Trompetenstimmen.
Fortsetzung Bläser  [close]
Die andere Gruppe übt sich mit Volker Lilje im Anstoßen klarer Töne. Da soll man gerade sitzen und den Luftstrom gleichmäßig fließen lassen. Man soll sich entspannen und das Einatmen nicht vergessen. Das ist als Neuling gar nicht so einfach und ich erinnere mich an die Zeiten, als meine Trompete eher wie ein schnaubendes Nilpferd klang und aus dem oberen Stockwerk unseres Hauses ein genervtes „Mutter, muss das sein?“ erklang. Es erfordert am Anfang Mut und Geduld am Ball zu bleiben. Aber Übung macht den Meister und bald wagen sich die Jungbläser chromatisch abwärts. Alle sind mit Eifer dabei. Da ist manche Wange vor Eifer gerötet, glänzen Augen über besonders gut gelungene Töne oder erklingen Stimmen der Enttäuschung, wenn es mal nicht so klappen will. Aber Volker Lilje gibt unermüdlich Hilfen und spart auch nicht an Lob.

Das Ende der Stunde kündigt sich durch lautes Scheppern im Flur an. Lukas schiebt seine Tuba auf einem Karren ins Gemeindehaus. Die Jungbläser I und II rücken an. Schichtwechsel und eine kurze Pause für die Betreuer! Instrumente werden ausgepackt, Neues aus dem Schulalltag quer durch den Raum diskutiert. Schwänzen oder nicht schwänzen ist heute das Thema, bis Wiebke Friedrich sich mit einem lauten Pfiff Gehör verschafft und den Beginn der Probe ankündigt. Sie beginnt mit dem Einblasen – erst in die Tiefe, dann in die Höhe, wobei sich die 1. Trompeten und die Tenorstimmen der Posaunen deutlich mehr in die Höhe schrauben müssen. Dann werden vorgeklatschte Rhythmen erraten. Die Jugendlichen unterstützen sich dabei gegenseitig, gemeinsam ist man stark! Lukas entwässert seine Tuba und ich bin fasziniert, welche Sintflut sich aus ihr in die zu diesem Zweck aufgestellten Plastikschälchen ergießt. Dann teilt sich auch diese Gruppe auf. Die ersten und zweiten Trompeten stürmen in den ersten Stock, die Tiefchorbläser dürfen mit ihren schwereren Instrumenten unten sitzen bleiben. Wiebke Friedrich versammelt die ersten Trompeten um sich. Auf den Notenständern liegt ein vier Seiten langes Stück und das letzte Mal hatte man sich mit einer besonders schweren und hohen Stelle auseinandergesetzt. Daran wird heute angeknüpft. Rhythmus auf „do“ sprechen, dazu die Töne greifen, dann spielen. Die Jugendlichen haben ihre Hausaufgaben gut gemacht und es kann mit einem neuen Abschnitt weitergehen. Keine Minute bleibt ungenutzt. Es wird konzentriert gearbeitet, da bleibt keine Zeit zum Träumen. Aus dem Nachbarraum klingen tiefere Töne. Dort betreut Holger Tampe die zweite Trompetenstimme. Eine ruhige Stimmung, die man nicht stören mag.
Volker Lilje hat heute die „jugendlichen Tiefchorbläser“ unter seiner Obhut. „Babam tata“ klingen Stimmen aus dem Raum im ErdgeSchoss, gefolgt von Posaunen- und Tubatönen. Hier ist die Atmosphäre deutlich quirliger. „Es bedarf eher eines Löwenbändigers“, denke ich. Fünf lebhafte Jungs, die an Kommentaren nicht sparen, halten ihren Betreuer auf Trab. „Swing ist blöd“, mault es aus einer Ecke. Ein Posaunenzug fliegt klirrend durch den Raum - gefolgt von verhaltenem Gekicher. Doch Volker Lilje ist nicht aus der Ruhe zu bringen, erklärt noch einmal geduldig den Rhythmus und lässt mit dem Bleistift Eintragungen in das Notenheft machen. Nun heißt es alles im Gedächtnis abspeichern und vor allem zu Hause üben. Die letzte halbe Stunde kommen alle zusammen. Nach und nach gesellen sich auch die Mitglieder des Posaunenchores – je nach Feierabend - dazu. Nun heißt es die Stimmen zusammenzubringen und aufeinander zu hören. „Gerade hinsetzten, Ohren auf, Instrumente hoch, 1-2-3…“, lauten die Anweisungen der Dirigentin. Schon „swingen“ die Jungbläser durch den Raum und Füße wippen im Takt der fetzigen Melodie mit.

Dann kehrt schlagartig Ruhe im Gemeindehaus ein. Die Jungbläser sind für heute fertig. Päuschen und vor allem frische Luft, bevor der Posaunenchor probt. Bierflaschen zischen! Ein mancher kommt direkt von der Arbeit. Zeit zum Plaudern und Luftholen, dann startet die letzte Probeneinheit des Abends in entspannter Atmosphäre. Der Geburtstag eines Posaunen-chormitgliedes steht bevor, da will man mit dessen Lieblingsliedern und einem Ständchen aufwarten. Noten werden verteilt. Die geübten Bläser spielen direkt vom Blatt. Da gibt es schwierige Tempiwechsel zu meistern.
Die 1. Stimme darf sich solistisch austoben und der Rest muss ihr dazu den Raum geben. Da muss man sich gut aufeinander einfühlen und jede Stimme wahrnehmen. Die 2. Stimme soll verbal den „Kleinen grünen Kaktus“ mit einem energischen „sticht, sticht, sticht“ in Aktion treten lassen. Dafür hat sie nur zwei Takte Zeit, bevor ihr nächster Einsatz gefragt ist. Die Anregungen der Kantorin werden sofort umgesetzt. Ein wohlwollendes Miteinander, bei dem auch der Humor nicht zu kurz komm. „Das Stück ist sch….lang!“, stöhnt eine Trompete, während eine Posaune stolz ihre getätigten Bleistifteintragungen kundtut und dafür begeisterten Applaus erhält. Der Bass gibt zu, dass er das Tempo wohl „etwas“ verschleppt, aber beim Da capo eindeutig wieder aufgeholt habe. Wenn man schon mal die Melodiestimme hat, will man dies doch auskosten!

Mein Blick fällt aus dem Fenster! Ein Pärchen verweilt engumschlungen vor dem Gemeindehaus. Es hat sich auf dem Mäuerchen vor der Kirche niedergelassen und lässt sich mit mir bei den Tönen des „Lummerlandliedes“ in die Augsburger Puppenkiste zurück versetzen, bevor „Ännchen von Tharau“ melancholisch nach draußen schwebt. Andere Passanten halten kurz mit einem Lächeln auf den Lippe inne. Noch ein munterer Marsch hinterher - dann ist es geschafft. Das Geburtstagskind kann sich freuen.
Es kurz vor halb Zehn, als die Instrumente beiseitegelegt und die Notenständer zusammengeklappt werden. Fast 4 Stunden liegen hinter Kantorin Wiebke Friedrich und ihren beiden Colehrern Holger Tampe und Volker Lilje. Nach dem Unterrichten der Jungbläser haben sie jetzt selbst noch ihre Instrumente in die Hand genommen und mitgeprobt.
Was bewegt die Mitbetreuer nach einem Arbeitstag ehrenamtlich sich noch so engagieren? Holger Tampe spielt seit 35 Jahren Posaune. „Mit 9 Jahren habe ich damit angefangen und seitdem kontinuierlich viele Workshops besucht. Das ist Fun pur! Ich habe schon einige Kantoren kommen und gehen sehen. Nun, einer musste ja zwischen den Wechseln den Laden zusammen halten! Es machte mir einfach sehr viel Spaß. Und ich habe Freude daran, wenn sich „Neue“ begeistern lassen. Wer weiß, vielleicht mache ich noch die Chorleiterausbildung, die würde mich sehr interessieren.“

Andrea Erdmann


   Acrobat Reader  Valid CSS!  Valid XHTML 1.0!
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Ja, ich akzeptiere